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PRESSESCHAU ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::BALKAN::

Die Tageblätter berichten auf den Titelseiten, dass die Regierung Serbiens den Vorschlag über Regeln für Verhandlungen über den zukünftigen Status von Kosovo und Metohija, der den Botschaften der Mitgliedsstaaten der Kontaktgruppe zugestellt wird, verabschiedet hat. Beträchtliche Aufmerksamkeit wurde auch den Gesprächen mit Piloten geschenkt, die im Juli zur Löschung der Feuer in Serbien beigetragen haben und auf den Sportseiten dem Erfolg der serbischen Tennisspielerin, Jelena Jankovic, die sich für das WTA-Masters qualifiziert hat.

Das Blatt Politika hat wiedergegeben, dass der Minister für Kosovo und Metohija Serbiens, Slobodan Samardzic, die Verabschiedung der Regeln für Verhandlungen über den zukünftigen Status von Kosovo kommentiert hat und erklärt hat, dass die Regeln klar formuliert sein müssen und dies bedeutet, dass auch die Themen der Verhandlungen, die Dauer und deren Form definiert sein müssen. Er hat gesagt, dass der Vorschlag der Regierung Serbiens einige Punkte beinhaltet, die verhindern sollen, dass die Verhandlungen denjenigen ähneln, die Martti Ahtisaari, geführt hat.

Die Regierung Serbiens ist nach Worten von Slobodan Samardzic mit den Vorbereitungen für die Verhandlungen innerhalb der Kontaktgruppe zufrieden, da Ahtisaaris Plan nicht mehr als Gesprächsthema erwähnt wird.

Der Außsenminister Serbiens, Vuk Jeremic, hat über diesen Plan gesprochen und in einem Interview für Glas Javnosti gesagt, dass vor einigen Monaten die Großzahl aller Länder Ahtissaris Plan völlig unterstützt hat, dann hat man seine Bemühungen unterstützt, und anschließend hat man festgestellt, dass seine Bemühungen die Grundlage für etwas anderes sein könnten. „Für alle, welche die diplomatsiche Rethorik verstehen, ist dies ein klares Zeichen“, hat Jeremic betont.

Das Blatt Danas hat angeführt, dass die Regierung Serbiens bei der gestrigen Sitzung außerdem Aktionspläne für die Uebereinstimmung der Gesetze mit den EU-Vorschriften und die Umsetzung der Prioritäten der Europäischen Partnerschaft verabschiedet hat. Der Gesetzesentwurf über Reisedokumente wurde als erster von 44 Gesetzen verabschiedet, welche die Regierung Serbiens im Ziele dieser Harmonisierung vorbereiten muss.

Der Vizepremier, Bozidar Djelic, hat die Agenda der Regierung auf dem Weg zur Europäischen Partnerschaft und der Harmonisierung von Vorschriften vorgestellt. Er hat angeführt, dass Serbien in der ersten Oktoberhälfte eine Parafierung des Abkommens über Stabilisierung und Assoziation erwartet und dass der Staat sich bemühen wird, bis Jahresende das Abkommen zu unterzeichnen. „Dies setzt aber eine volle Zusammenarbeit mit dem Haager Tribunal voraus“, hat Djelic betont.

Das Blatt Vecernje Novosti schreibt, dass das bestialische Feuer, das letzte Woche ganz Serbien in Atem gehalten hat, endlich gezehmt wurde und dass den größte Verdienst die „himmlische Unterstützung“ – die Piloten der Hubschrauber Eskadrille und des Bataillons für die Sicherung der Lufftwaffe in Nis erworben hat. Sie haben, wie im Text betont wurde, unter viel Aufwand mit nur einem Hubschrauber Mi-8 und zwei Ausschauhubschrauber „gazela“ 160 Tonnen Wasser ausgeschüttet und das Feuer an den Ränden von Stara planina gelöscht. „Es handelt sich um Männer, die im Einsatz waren, als die Temperatur in der Kabine 60 Grad erreicht hat“, hat für Vecernje Novosti, der erste Mann der 119. Eskadrille, Oberst Sinisa Stamenov, erklärt und betont, dass die Piloten und er am meisten bedauern, dass sie nicht mehr Flieger gehabt haben, denn dann hätten sie das Feuer viel früher gelöscht.

Das Blatt Politika hat veröffentlicht, dass die serbische Tennisspielerin, Jelena Jankovic, und die beste Tennisspielerin der Welt, die Belgierin Justine Henin, sich als erste für das WTA-Masters zum Saisonabschluss in Madrid qualifiziert haben, das vom 06. bis zum 11. November dauern wird.

Das Blatt hat wiedergegeben, dass Jankovic über ihren Erfolg gesagt hat, dass sie Anfang letzten Jahres 10 Niederlagen nach einander erlitten habe und dass sie daran gedacht habe, das Tennisspielen aufzugeben um sich dem Studium zu widmen. „Ich bin ein Beispiel dafür, dass sich Ausdauer am Ende lohnt. Mein Leben hat sich in 15 Monaten vollkommen geändert. Ich habe auf der Weltrangliste den dritten Platz erreicht und jetzt bin ich die erste Tennisspielerin aus Serbien, die sich fürs Finale qualifiziert hat“, hat Jankovic gesagt.


FOCUS ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::IM FOCUS::

Abortus und Natalität

Im Durchschnitt wird nur in Serbien und nirgendwo in der Welt weniger als ein Kind pro Familie geboren. Serbien ist nach Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche an erster Stelle in Europa. Nach Wiederholung der Initiative der Verringerung der Mehrwertsteuer für Babynahrung, -Kleidung und -Ausstattung hat sich nichts geändert, außer dass über dieses Problem im Parlament, in Blättern, TV-Sendungen, Parks, Altersheimen diskutiert wurde. Schreibt Ljiljana Sindjelic Nikolic.

In den letzten hundert Jahren erlebten Serben sieben Kriege, in welchen vier Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. In Serbien werden jährlich 200.000 Schwangerschaftsabbrüche in staatlichen Kliniken und etwa 500.000 in privaten Kliniken durchgeführt. In der Diaspora leben 2,2 Millionen Serben, und darunter eine große Anzahl von Jugendlichen, welche nach Serbien nicht zurückkehren werden. Der niedrige Lebensstandard ist auch einer der Gründe, warum sich junge Menschen dazu entschließen, nicht Kinder zu haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in Serbien seit 1990 kein Zuwachs besteht, denn die Mortalität ist höher als die Natalität. Das alles weise auf die dramatische Schlussfolgerung hin, dass Serben, nach dem jetzigen Stand der Dinge, als Volk aussterben, warnt die Demografin und Wirtschaftsmagisterin Biljana Spasic. Unsere Gesprächspartnerin schreibt und spricht über dieses Problem seit fast zwei Jahrzehnten. Sie ist Vizepräsidentin der Vereinigung „Opstanak“ (zu Deutsch: Überleben) für den Kampf gegen die weiße Pest und versucht zum Bewusstsein sowohl des Einzelnen als auch der Staatsinstitutionen vorzudringen. Sie ist auch Autorin des Buches „Warum verschwinden Serben“, das in fast alle bedeutsamen Institutionen gekommen ist.

In den letzten Tagen wurde die Idee über die Verringerung der Steuer für Kindernotwendigkeiten wieder aktualisiert. Seine Hl. der serbische Patriarch Herr Pavle schlug vor, dass die Regierung Serbiens das Verfahren für die Verabschiedung des Gesetzes über die Einstellung der Mehrwertsteuer für Babynahrung, -Kleidung und -Ausstattung in gang setzt. Eine ähnliche Stellung haben vor kurzem auch einige Nichtregierungsorganisationen zum Ausdruck gebracht. Dies wurde nur zu einem zusätzlichen Thema für ermüdende serbische Diskussionen über alles mögliche. Aber in einem sind sich alle einig, der Staat tut nicht, und das Volk stirbt aus.

„Es gibt immer weniger Menschen, die sich entschließen vor dem 30. Lebensjahr Eltern zu werden. Aber mit Jahren ist die Wahrscheinlichkeit geringer schwanger zu werden. Bei uns wird Schwangerschaftsabbruch leider immer noch zu Verhütungsmittel gezählt“, sagt Dragana Dinic aus der Vereinigung „Opstanak“. Diese Vereinigung schlägt deshalb vor, dass Mütter, die mehrere Kinder gebären, aufgrund dieser Tatsache Pension erlangen sollten. Mit anderen Worten, Mutterschaft solle ihre Profession sein, wenn sie das möchten, wird in der Vereinigung „Opstanak“ hervorgehoben. Sie betonen außerdem, dass Väter mit mehreren Kindern höhere Gehälter haben sollten, dass aber diese Ratschläge seit Jahren niemand hört.

Ein besonderes Problem, auf welches zahlreiche Experten hinweisen, ist die große Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche, welche Biljana Spasic als „freiwilliger Völkermord“ bezeichnet. Es gibt immer mehr Ärzte, Psychologen, Psychiater, die über die schweren Traumen sprechen, welche ein Schwangerschaftsabbruch hinterlassen kann. Zahlreiche Frauen haben gedankenlos Schwangerschaftsabbrüche unternommen und später als sie Nachkommen wollten, konnte sie keine Kinder gebären. Diese Frauen leiden seit Jahren unter psychischen Traumen. In der Öffentlichkeit bestehen auch Filme, gemacht in den USA und in Europa, welche auf dramatische Weise zeigen, dass ein Schwangerschaftsabbruch eigentlich „vorsätzlicher Mord“ ist. Danach kann man nur schwer gleichgültig bleiben.


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